Forstwirt Michael Grossmann aus Oberkail hat seine künstlerische Ader entdeckt: Aus Baumstämmen schnitzt er sehenswerte Kunstwerke mit der Motorsäge. 

 Michael Grossmann bei der Arbeit: Der Forstwirt schnitzt mit der Motorsäge  einen Adler aus Holz.

Ein Samstagnachmittag im Frühling 2007: Michael Grossmann hat sich daran erinnert, dass ihm seine Schwester vor geraumer Zeit drei geschnitzte Tannenbäume mitgebracht hat. "Die haben mir gefallen. Und mir hat das die ganze Zeit keine Ruhe gelassen. Ich dachte mir, das kannst du auch", erinnert sich der Forstwirt.

Der Naturbursche, Jahrgang 1961, hat bereits im Alter von 14 Jahren eine Lehre als Forstwirt begonnen. Damals lernte er schnell, mit den Gerätschaften, besonders den Motorsägen, umzugehen. Die Arbeit ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. "Doch so wichtig wie das handwerkliche Geschick ist die Einhaltung der Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen. Schutzkleidung, Gehörschutz und Schutzbrille sind unabdingbar", erklärt Grossmann, der auch im Auftrag des Forstamts Bitburg Basiskurse in der Handhabung von Motorsägen abhält.

An jenem Frühlingsnachmittag begibt sich Michael Grossmann auf die Waldlichtung "Auf Katzenheck" in Richtung Gindorf. Dort kann er unbeobachtet ausprobieren, was ihm im Kopf umgeht, und stört dabei niemanden. Im Gepäck hat er seine Motorsägen und alles, was er sonst noch für die ersten Versuche in der Schnitzerei mit Motorsägen braucht. "Vor allem hatte ich den unbedingten Willen, das auszuprobieren und mir die Bestätigung zu erarbeiten, dass ich so was auch hinkriege", erinnert sich der Naturfreund, der ansonsten auch beim Angeln oder Radfahren gut abschalten kann. Und so unternahm er erste Versuche. Am stehenden Stamm.

In der Fachliteratur und im Internet hatte er sich Tipps geholt. "Das hilft zwar, aber voran kommst du nur, wenn du selber Hand anlegst", weiß Grossmann. Die ersten Versuche zeigen ihm: Ja, da geht was, das liegt mir. Da sind aber auch Ecken und Kanten, die noch nicht passen. Von Versuch zu Versuch gelingt es ihm besser, auch die richtigen Proportionen zu schaffen. "Mein Lieblingsmotiv ist der Adler. Der hat etwas Majestätisches", sagt Grossmann. Seit dem Frühjahr hat er bereits ungezählte Exponate geschaffen. Mit wachsendem Erfolg.

Inzwischen ist er ein gefragter Mann bei Ausstellungen und Märkten. Bei seinen dortigen Vorführungen staunen die Zuschauer nicht schlecht, mit welchem Geschick und welcher Fingerfertigkeit der Künstler zu Werke geht. Von den vor Ort geschnitzten Figuren wechseln viele sofort den Besitzer. "Die Menschen fragen dann auch an, ob nicht stehende Baumstämme entsprechend bearbeitet werden können. Auch das ist möglich. Am besten geeignet sind die harten Hölzer, das heißt Kirschbaum, Douglasie oder Lärche", erzählt Grossmann. Die fertigen Figuren werden mit einer Lasur auf Jahre hinaus konserviert.

 

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 16. November 2007

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